Donumenta 2010 Hungary

Donumenta since 2003 has annually presented arts and culture of the Danube countries in Regensburg in Germany. This year the focus is on Hungary so from September 16th to November 6th in the galleries and exhibition halls of Regensburg hungarian artists have the opportunity to present their works under the titel Liberation Formula. On the exhibition of Art Affair Gallery beneath the works of Mária Chilf, Balázs Kicsiny and Kamilla Szíj, two young artists of Spiritusz Gallery, Appelshoffer Péter and Tamás Komlovszky-Szvet, are also presented.
The exhibition running until October 31st 2010 was opened by Krisztina Kovács, art historian of Várfok Gallery.
Further information: http://www.donumenta.de/index.htm

 

Sehr geehrte Frau Regina Hellwig-Smidt, sehr geehrter Herr Bürgermeister, Dr. Tamás Gábor Nagy, sehr geehrte Damen und Herren!

Ich heisse Sie auf der Ausstellung herzlich willkommen. Es ist mir eine Ehre, diese Ausstellung im Rahmen der Donumenta hier in der Galerie Art Affair eröffnen zu dürfen. Ich möchte mich als erstes bei Isabelle Lesmeister Najda Plagens und Herrn Karl Friedrich Krause also der Galerie Art Affair und Frau Hellwig-Smidt und ihren Donumenta-Team bedanken, die diese wichtige und bedeutende Ausstellung organisiert und ermöglicht haben.
Zuerst möchte ich die Wichtigkeit der Donumenta betonen. Die Donumenta als ein europaweit auswirkendes Festival verfolgt seit 2003 das Ziel, aktuelle Kunst- und Kultur im internationalen Donauraum zu präsentieren und einen interkulturellen Dialog zu verwirklichen. Jedes Jahr sind Künstlerinnen und Künstler aus einem Donauland eingeladen, ihre Werke in den verschiedenen Museen und Ausstellungsräumen der Stadt Regensburg zu presentieren. Dieses Jahr widmet sich die Donumenta den Land Ungarn und wie der Titel der Austellungen „Liberation Formula”, die Formel der Freiheit zeigt, steht im Mittelpunkt der Begriff der Freiheit. Diejenige Freiheit, die im zwanzigsten Jahrhundert in der Geschichte Ungarns eine entscheidende Rolle spielte und die gerade vor 20 Jahren nach dem sozialistischen Regime mit den ersten freien Parlamentswahlen, gleichzeitig mit dem Fall des Eisernen Vorhangs verwirklicht werden konnte. Dieser historische Faktor definierte die Gestaltung und die Tendenze der ungarischen zeitgenössischen Kunst. Die Identitätssuche, die Betrachtung der nationalen Eigenheiten und das soziale und politische Geschehen dieser Ära ist durch und durch  in den zeitgenössischen Werken präsent. Nach dem Verschwinden der offiziellen und nicht-offiziellen Kunst des Sozialismus musste man die Kunst auf eine neue Grundlage legen. 1990 hat mit der Gründung des Ludwig Museums in Budapest und der ersten privaten zeitgenössischen Galerien – wie z. B. die Várfok Galerie, die Knoll Galerie -  das zeitgenössische Kulturleben in Ungarn angefangen. In den vergangenen 20 Jahren strebte man danach die zeitgenössische Kunst zu institutionalisieren und die progressiven Gattungen – wie z. B. die Videokunst – in Ungarn populär zu machen, sowie ihr auf internationalen Niveau Anerkennung zu verschaffen. Dazu bietet die Donumenta eine erneute Möglichkeit. Die Ausstellungen besichtigend kann sich der Besucher einen tiefen Einblick in die aktuelle Situation der ungarischen Kunst, und den  getanen Weg und die Veränderungen im Laufe dieser zwanzig Jahre verschaffen.
Dazu bietet auch die Ausstellung der Galerie Art Affair eine tolle Gelegenheit, da auf dieser Ausstellung 5 Künstler präsentiert werden, die alle verschiedene Generationen und Gattungen präsentieren. Neben den Werken von Mária Chilf, Kamilla Szíj und Balázs Kicsiny, deren Karriere in den achtziger und neunziger Jahren begann, ist auch die jüngere Altersklasse mit Péter Appelshoffer und Tamás Komlovszky-Szvet vertreten.
Balázs Kicsiny nimmt mit einem Video, das im Jahr 2005 auf der 51sten Biennale in Venedig präsentiert wurde, Gemälden und Papierarbeiten an der Ausstellung teil. Im Lebenswerk des Künslers, der eher für seine Installationen und Bergmannsserien berühmt ist, und der Jahre in England verbracht hat, spielt die Reise, Wegsuche und das Finden eines geistigen zu Hauses eine wichtige Rolle. In seinen Werken werden die alltäglichen Elemente, die auf Spiritualität hinweisenden Objekte, die Platitüde der Volksphantasie mit mytischen Figuren vermischt. Einer seiner beliebtesten Hauptfiguren ist die biblische Figur des wanderden Juden, der auch auf dem ausgestellten Video, dessen Titel Cobbler’s Appentice, auf Deutsch der Schusterlehring ist, erscheint. Im Rahmen von diesem Video möchte der Künstler das Paradoxon der linearen Zeitansicht betonen. Als Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen hat Kicsiny den bürgerlichen mittleren Orden der ungarischen Republik, sowie einen der wichtigsten ungarischen staatlichen Kunstpreise, den Munkácsy- Preis erhalten. Der letztere wurde ebenfalls an die Künstlerin Maria Chilf vergeben.
In den Werken von Maria Chilf ist die primäre Idee die Indentitätssuche, die Frage des Individuums und der Gruppenangehörigkeit. Die organischen Formen und Blumen der auf der Ausstellung präsentierten fliessenden Aquarelle, eröffnen uns ein kosmisches Weltbild, in dem die Künstlerin die Geheimnisse der Natur, das Begreifen der geistigen und seelischen Erlebnisse und des Unsagbaren erforscht.
Die diesjährige Donumenta setzt sich unter anderen zum Ziel, den normalerweise im Hintergrund stehenden Techniken wie Zeichnung eine grössere Rolle zukommen zu lassen. Eine der lyrischen ungarischen Vertreterinnen dieser Gattung ist Kamilla Szíj. Auf ihren abstrakten Zeichnungen sieht man keine Geschichte, oder Figuren, sodern die Künstlerin bestäftigt sich vor allem mit verschiedenen Ebenen in der Zeichnung selbst, mit mentalen Abläufen und Gefühlen. Sie spielt oft mit dem Begriff der Originalität und des Seriencharakters. Auf ihren Werken erscheinen  aufeinander folgende Schichten, ein System aus Linien mit einer reduzierten Farbwelt, die  dem Betrachter viele Interpretationsmöglichkeiten geben.
Péter Appelshoffer, der Künstler der Spiritusz Galerie, die die junge Generation vertretende Filialgalerie der Várfok Galerie ist, baut seine Werke auf drei Themen auf: erstens auf dem fragmentale Charakter der Zeit, zweitens auf der Frage nach dem Vollendeten und Unvollendeten, drittens auf der Beziehung zwischen Teil und Ganzem. Der Hauptgedanke ist, dass die Realität nur teilweise aufgefasst werden kann und die Dinge sich immer von einer anderen Seite zeigen und der Betrachter diese Realität anhand seiner Erinnerung und dem Zusammensetzten individueller Bilder rekonstruiert. Appelshoffer gelingt dies mit der Verschmelzung verschiedener Bildebenen, mit jeweils unterschiedlichen Bildaussagen. 
Tamás Komlovszky-Szvet, der andere junge Künstler, Bildhauser der Spiritusz Galerie, versucht die traditionellen Aspekte der Bildhauerkunst aufzulösen, in dem er die Veränderungen der Gesellschaft, die Entwicklung der Wissenschaft und die Phänomene des 21sten Jahrhunderts reflektiert und sich diese zu nutzen macht.  Das konnte man schon in seiner früheren Levitationsserie, in dessen Rahmen er mit der Gravitation spielte, sehen. Seine Ziele bestätigen jetzt auch seine immateriellen Skulpturen. Bei diesen Werken spielt die Interaktion des Betrachters und der Moment der Betrachtung eine grosse Rolle, weil die Skulptur nur eine Illusion ist, wenn wir sie fassen möchten, verschwindet sie. Komlovszky hat ungeachtet seines jungen Alters von 28 Jahren als Anerkennung seiner Ergebnisse auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft dieses Jahr einen der wichtigsten mitteleuropäischen Preise, den Talentum-Preise erhalten.
Abschliessend sehen wir, dass mann die Liberation Formula hier in dieser Ausstellung in den zerfliessenden Blumenmotiven von Mária Chilf, in den rahmenlosen Zeichnungen von Kamilla Szíj, auf den die Formen auflösenden schattierten Farbflächen von Appelshoffer, in der Immaterielen Art von Komlovszky und in den neudefinierten Zeitschichten von Kicsiny finden kann.
Ich hoffe, dass meine Rede Ihnen einen Ausgangspunkt für die Ausstellung geben konnte und Sie dank dieser jetzt den Künstlern und ihren Werken näher kommen können.
Ich wünsche Ihnen gute Gespräche und erkläre hiermit die Ausstellung für eröffnet.



   

 

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